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Stile der Möbel aus China

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Alter, Herkunft & Stilrichtungen

Alter

Kunst- und Kulturgegenstände, die aus der Zeit vor 1795 p.Chr. stammen, dürfen nicht ohne explizite Erlaubnis des Bureau of Cultural Relics ausgeführt werden. Abgesehen davon sind solche Stücke in China selbst auch immer seltener zu finden. Sie werden in der Regel nur noch auf Auktionen gehandelt oder stehen bereits in Museen.

Der Großteil der antiken Möbel die sich in China heute noch im Umlauf befinden stammt aus den letzten 50 bis 60 Jahren der Qing-Dynastie (1644 - 1911 p.Chr.), d.h. also etwa aus der Zeit von 1850 bis 1910 p.Chr. Es ist jedoch meist unmöglich, das Alter genau zu bestimmen. Deshalb handelt es sich bei den Altersangaben auch immer nur um einen ungefähren Wert.
 

Herkunft

Ähnlich wie mit der genauen Altersangabe der Gegenstände verhält es sich mit deren Herkunft. Es ist nahezu unmöglich nachzuvollziehen welche Wege die Möbel in den von Kriegen und Revolutionen gekennzeichneten letzten Jahrhunderten genommen haben.

Bei bestimmten Möbeln, wie z.B. den sog. Ningbo-Schränken, bezeichnet die Angabe eines Ortsnamens in erster Linie eine "Schule", d.h. einen speziellen Stil, der ursprünglich in dieser Region entwickelt wurde. Dies muss aber nicht unbedingt heißen, dass das jeweilige Stück tatsächlich auch dort hergestellt wurde.
 

Stilrichtungen

Von Europa sind wir es gewohnt, dass sich vor allem in den letzten fünfhundert Jahren die Stilrichtungen in Kunst und Handwerk, sei es in Architektur, Bildhauerei, Malerei oder auch in der Möbeltischlerei, in immer schnellerer Folge ablösen. Dabei kam es oft zu einschneidenden Formänderungen, die meist auch für den Laien deutlich erkennbar sind.

In China findet man dagegen über Jahrhunderte hinweg eine erstaunliche Formenbeständigkeit. In vielen Bereichen, wie zum Beispiel in der Keramik oder in der Möbeltischlerei wurden bereits während der Tang Dynastie (618 - 907 p.Chr.) ausgereifte Techniken und Stile entwickelt, die später nur noch graduell verändert wurden. Diese Veränderungen sind von Laien (auch von chinesischen) meist nicht als eigenständige Stilrichtungen auszumachen. In der Möbeltischlerei entwickelten sich im Laufe der Zeit ähnlich wie in der antiken griechischen Architektur Idealmaße, welche die Proportionen bestimmter Möbelstücke beschrieben. Über Jahrhunderte wurden Möbel, die sich an diesem klassischen Kanon orientierten, weiterhin parallel zu neueren Stilrichtungen gebaut.

Insgesamt ist die Geschichte des chinesischen Möbels gekennzeichnet durch den allmählichen Übergang von niedrigen Stücken zu solchen in der uns heute geläufigen Höhe. Vom 15. Jahrhundert vor Chr. bis zum 3. Jahrhundert nach Chr. spielte sich das tägliche Leben der Menschen weitgehend auf einer niedrigen, mattenbedeckten Plattform ab, auf der sie knieten oder mit untergeschlagenen Beinen saßen und sich dabei niedriger Möbelstücke bedienten. Im 3. Jahrhundert nach Chr. änderte sich mit den gesellschaftlichen Bräuchen auch die Gewohnheit des Knies, man saß jetzt mit ausgestreckten Beinen und lehnte sich an. Infolgedessen tauchten Armstützen und Polster auf. Zur Zeit der Nördlichen und Südlichen Dynastien (386 - 589 p.Chr.) gab es schon sanduhrförmige Hocker aus Stroh und Korbgeflecht, auf denen man mit herabhängenden Beinen saß. Während der Herrschaft der Tang Dynastie (618 - 907 p.Chr.) waren nicht nur Hocker und Stühle allgemein üblich, sondern auch hohe Tische. Dennoch kniete oder saß man während dieser Übergangsperiode immer noch mit übereinandergeschlagenen Beinen auf den niedrigen Plattformen.

Zur Zeit der Nördlichen Song Dynastie (960 - 1127 p.Chr.) hatten sich alle Arten hoher Möbel endgültig durchgesetzt, und die Tischlertechniken waren wesentlich anspruchsvoller geworden. Während der Südlichen Song Dynastie (1127 - 1279 p.Chr.) gab es bereits die meisten Möbeltypen, die wir aus der Ming-Zeit kennen. Aus ihnen entwickelte sich die Möbeltradition der Ming Dynastie (1368 - 1644 p.Chr.) und der frühen Qing Dynastie bis 1735 zur Hochblüte.
 

Ming-Stil Qing-Stil
Gestreckte Einhälsung der Ming-Zeit Verdeckte Eckverbindung des Ming-Stil Verzierte Stuhllehne der Qing-Zeit Dekoration im Quing-Stil
Gestreckte Einhälsung Verdeckte Eckverbindung Verzierte Stuhllehne  Dekoration im Quing-Stil

Ming-Stil

Die Möbel, die während der Ming Dynastie (1368 - 1644 p.Chr.) gebaut wurden zeichnen sich durch schlichte klassische Formgebung aus. Sie sind geprägt von geraden Linien und der sprichwörtlichen klassischen Strenge. Dekorative Elemente wie Schnitzereien wurden nur sehr sparsam eingesetzt. Mit ihrer zeitlosen Schlichtheit passen Möbel im Stil der Ming Dynastie ausgezeichnet zu einer sehr modernen Einrichtung und lassen sich hervorragend mit Klassikern und Edelstahl kombinieren. Die meisten Möbel, die heute im Ming-Stil angeboten werden stammen jedoch tatsächlich aus der Zeit der Qing Dynastie, da man auch in dieser Zeit diesen Stil sehr schätzte und deshalb weiterhin nachbaute.

Qing-Stil

Während der Qing Dynastie (1644 - 1911 p.Chr.) setzte eine "Rokokoisierung" der chinesischen Kunst ein. Die Formen wurden kurviger und die dekorativen Elemente immer umfangreicher. Vor allem zahlreiche Schnitzereien und Bemalungen verzieren die Möbel aus dieser Zeit. In der Qianlong-Periode (1736 - 1795 p.Chr.) hatte sich das Mobiliar völlig verändert und war überladen dekoriert, wenn auch in Material und handwerklicher Qualität immer noch von hoher Qualität. In der Spätzeit der Qing Dynastie entwickelte sich China zu einer halb feudalen, halb kolonialen Gesellschaft.

Tibet

Die Tibetischen Möbel sind von der Bauart eher grob und bäuerlich, dafür aber reichlich und bunt verziert und bemalt.

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